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Microsoft 365

Copilot Studio: Eigene Agenten in Microsoft 365 bauen

Copilot Studio: Eigene Agenten in Microsoft 365 bauen

Copilot Studio ist Microsofts Low-Code-Werkzeug, mit dem ihr eigene KI-Agenten baut, mit euren Daten und Systemen verbindet und in Teams, Microsoft 365 Copilot oder auf einer Website bereitstellt. Für kleine und mittlere Unternehmen heißt das: Ein Agent, der Fragen zu internen Regeln beantwortet oder einen IT-Antrag aufnimmt, lässt sich ohne klassische Softwareentwicklung umsetzen. Entscheidend sind aber nicht die Klicks im Studio, sondern saubere Daten, klare Rechte und jemand, der die Agenten betreut.

Was ist Copilot Studio?

Copilot Studio ist laut Microsoft ein grafisches Low-Code-Studio, mit dem Organisationen KI-Agenten erstellen, mit ihren Daten und Systemen verbinden und verwalten. Ihr beschreibt, was der Agent tun soll, gebt ihm Wissen und Werkzeuge und veröffentlicht ihn dort, wo euer Team ohnehin arbeitet.

Ein Agent in Copilot Studio besteht im Kern aus vier Teilen:

  • Anweisungen: Was soll der Agent tun, in welchem Ton, was darf er nicht?
  • Wissen: SharePoint-Bibliotheken, Dateien oder Webseiten, aus denen er seine Antworten zieht.
  • Werkzeuge: Konnektoren und Flows, über die er Aktionen auslöst, etwa einen Eintrag anlegen oder eine Genehmigung starten.
  • Kanäle: Teams, Microsoft 365 Copilot, eine Website oder weitere Kanäle.

Was KI-Agenten grundsätzlich sind, was sie von Chatbots unterscheidet und wo ihre Grenzen liegen, steht im Beitrag KI-Agenten im Mittelstand. Hier geht es um das Microsoft-Werkzeug und darum, wie ihr es im Alltag einsetzt.

Agent-Generator oder Copilot Studio?

Für einfache Agenten, die nur Fragen aus freigegebenen Inhalten beantworten, reicht oft der Agent-Generator (Agent Builder) direkt in Microsoft 365 Copilot. Sobald ein Agent Aktionen in anderen Systemen auslösen, Workflows starten oder außerhalb der Organisation erreichbar sein soll, braucht ihr Copilot Studio.

Der Agent-Generator arbeitet mit Anweisungen in natürlicher Sprache und Microsoft-365-Wissensquellen, aber ohne Konnektoren, Aktionen oder Workflows. Copilot Studio bringt genau das mit, dazu getrennte Umgebungen für Entwicklung, Test und Betrieb (Microsoft Learn). Ein Agent aus dem Agent-Generator lässt sich nach Copilot Studio kopieren, wenn er wachsen soll.

Grafik: Welches Werkzeug für welchen Agenten? Agent-Generator in Microsoft 365 Copilot beantwortet Fragen aus freigegebenen Inhalten, ohne Konnektoren, Aktionen oder Workflows, passt für Richtlinien und Onboarding. Copilot Studio als eigenes Low-Code-Werkzeug löst Aktionen in anderen Systemen aus, mit Konnektoren, Flows und eigenen Umgebungen, passt für IT-Anfragen mit Genehmigung. Ein Agent aus dem Agent-Generator lässt sich später nach Copilot Studio kopieren.
Agent-Generator für Wissensfragen, Copilot Studio für Aktionen und Workflows

Beispiele: Was Agenten in Teams und Microsoft 365 übernehmen

Die sinnvollsten ersten Agenten in KMU beantworten wiederkehrende interne Fragen oder nehmen strukturierte Anfragen auf. Sie sparen Rückfragen, keine Entscheidungen.

  • Richtlinien-Agent: beantwortet Fragen zu Urlaub, Reisekosten oder IT-Regeln aus der passenden SharePoint-Bibliothek und nennt die Quelle, damit ihr nachprüfen könnt.
  • Onboarding-Agent: Neue Mitarbeitende fragen, wie Zeiterfassung, Urlaubsantrag oder Druckerzugang funktionieren, statt drei Kolleginnen nacheinander.
  • IT-Anfragen: Der Agent fragt die Pflichtangaben ab (Was, für wen, bis wann?) und startet einen Power-Automate-Flow mit Genehmigung. Wie solche Flows funktionieren, steht im Beitrag Prozessautomatisierung im Mittelstand.
  • Wissen für die Monteure: Typisch im SHK-Betrieb: Wer auf der Baustelle steht, fragt in Teams nach Wartungsintervallen oder einem Fehlercode, und der Agent antwortet aus den Herstellerunterlagen, die in SharePoint liegen.

Soll ein Agent Daten aus dem ERP oder dem Dokumentenmanagement lesen oder dort etwas anlegen, braucht er eine Verbindung dorthin. Für viele Systeme gibt es fertige Konnektoren, für andere eine eigene Schnittstelle. Solche Schnittstellen bauen wir in der Softwareentwicklung selbst.

Ein Agent ist nur so gut wie die SharePoint-Bibliothek, aus der er liest.

So kommt ein Copilot-Studio-Agent in Teams

Vom ersten Entwurf bis zum Agenten in Teams sind es vier Schritte. Der letzte entscheidet, wer ihn sieht.

01

Zweck festlegen

Eine Aufgabe, eine Zielgruppe.

Zuschnitt

Legt fest, welche Frage der Agent beantwortet, für wen und aus welcher Quelle. Je enger der Zuschnitt, desto besser die Antworten.

02

Bauen und testen

Mit echten Fragen prüfen.

Copilot Studio

Anweisungen, Wissen und Werkzeuge einrichten und im Testbereich mit Fragen prüfen, die euer Team wirklich stellt.

03

Veröffentlichen

Kanal hinzufügen.

Teams und Microsoft 365 Copilot

Den Agenten veröffentlichen und den Kanal »Teams und Microsoft 365 Copilot« hinzufügen.

04

Freigeben

Wer darf ihn nutzen?

Admin-Genehmigung

Für einzelne Personen teilen oder für die ganze Organisation einreichen. Dann genehmigt ein Admin den Agenten im Teams Admin Center.

Die Freigabe für die ganze Organisation läuft laut Microsoft Learn über eine Administratorgenehmigung. Das ist sinnvoll: So landet kein Agent unbemerkt bei allen im App-Store.

Governance: Was ihr vor dem ersten Agenten regeln solltet

Agenten machen Inhalte schneller auffindbar, auch solche, die eigentlich nicht für alle gedacht waren. Deshalb gehören die Regeln vor den ersten Agenten, nicht danach.

Microsoft stellt dafür einiges bereit (Sicherheit und Governance in Copilot Studio): Datenrichtlinien im Power Platform Admin Center legen fest, welche Konnektoren, Wissensquellen und Kanäle erlaubt sind. Umgebungen trennen Experimente vom Betrieb. Die Anmeldung läuft über Microsoft Entra ID, Aktivitäten der Ersteller landen in den Audit-Logs von Microsoft Purview.

Grafik: Fünf Regeln vor dem ersten Agenten. 1 Wer darf bauen: Zugriff über eine Sicherheitsgruppe. 2 Welche Konnektoren: Datenrichtlinien im Power Platform Admin Center. 3 Wo wird gebaut: getrennte Umgebungen für Test und Betrieb. 4 Mit wessen Rechten: Agent arbeitet mit den Rechten des Nutzers. 5 Was wird protokolliert: Audit-Logs in Microsoft Purview. Und vorher Berechtigungen aufräumen.
Fünf Regeln, die vor dem ersten Agenten stehen sollten

Der wichtigste Punkt steht unten in der Grafik: Ein Agent, der mit den Rechten des Nutzers auf SharePoint zugreift, findet alles, was dieser Nutzer sehen darf, auch die Gehaltsliste im falsch freigegebenen Ordner. Aufgeräumte Berechtigungen sind deshalb keine Kür, sondern die Voraussetzung. Wie ihr Berechtigungen und SharePoint vorher aufräumt, steht in unserem Beitrag Copilot einführen.

Copilot-Studio-Lizenz: die Logik in Kürze

Copilot Studio wird im Kern über Kapazität abgerechnet, nicht über einen festen Preis pro Agent. Die Details ändern sich häufig, deshalb hier nur die Grundzüge (Stand Oktober 2026):

  • Copilot Credits: Seit September 2025 heißt die Abrechnungseinheit Copilot Credits. Wie viele ein Agent verbraucht, hängt davon ab, was er tut: Wissen abrufen, eine Antwort generieren oder eine Aktion ausführen.
  • Vorab oder nach Verbrauch: Kapazität lässt sich im Voraus kaufen oder nutzungsabhängig über ein Azure-Abonnement abrechnen.
  • Mit Microsoft 365 Copilot: Wer Microsoft 365 Copilot lizenziert hat, kann Agenten in Teams, Copilot Chat und SharePoint nutzen, ohne dass bestimmte Antwortarten auf das Copilot-Studio-Kontingent angerechnet werden.

Die aktuellen Modelle und Preise stehen bei Microsoft Learn: Abrechnung und Lizenzierung. Was Microsoft 365 Copilot selbst kann und für wen es sich lohnt, erklärt der Beitrag Microsoft 365 Copilot Business.

Wie wir euch dabei unterstützen

Als Microsoft Solutions Partner für Modern Work kümmern wir uns um Lizenzierung, Einführung und Optimierung von Copilot und bauen individuelle KI-Lösungen, wo kein Standardwerkzeug passt. Unser Weg ist dabei immer derselbe: erst ein Prozess-Check eurer Abläufe, dann die Analyse und Auswahl der Use-Cases, dann ein kleiner Pilot. Ein guter erster Kandidat ist oft ein Ablauf, bei dem jede Woche dieselben Fragen gestellt werden.

Mehr dazu auf den Seiten KI & Automatisierung und Microsoft 365 & Cloud.

Häufige Fragen zu Copilot Studio

Was ist Copilot Studio?

Copilot Studio ist ein Low-Code-Werkzeug von Microsoft, mit dem Unternehmen eigene KI-Agenten bauen. Die Agenten greifen auf freigegebenes Wissen zu, können über Konnektoren Aktionen auslösen und werden in Teams, Microsoft 365 Copilot oder auf einer Website bereitgestellt.

Was ist der Unterschied zwischen Copilot Studio und Microsoft 365 Copilot?

Microsoft 365 Copilot ist der KI-Assistent in Outlook, Teams, Word und Co. Copilot Studio ist das Werkzeug, mit dem ihr eigene Agenten baut, die Copilot erweitern oder eigenständig in Teams und anderen Kanälen laufen. Das eine nutzt ihr, mit dem anderen baut ihr.

Brauche ich Programmierkenntnisse für Copilot Studio?

Für einfache Agenten nicht, die Oberfläche ist auf Low-Code ausgelegt. Sobald ein Agent an ERP, DMS oder andere Fachsysteme angebunden werden soll, braucht es aber technisches Wissen über Schnittstellen, Berechtigungen und Datenflüsse.

Kostet Copilot Studio extra?

In der Regel ja. Copilot Studio wird über Kapazität in Form von Copilot Credits abgerechnet, im Voraus gekauft oder nach Verbrauch. Mit einer Microsoft-365-Copilot-Lizenz werden bestimmte Nutzungen in Teams und Copilot Chat nicht angerechnet. Die aktuellen Preise nennt Microsoft auf seiner Lizenzseite.

Kann ein Copilot-Studio-Agent auf unser ERP zugreifen?

Ja, wenn es eine Verbindung gibt: über einen fertigen Konnektor, einen Power-Automate-Flow oder eine eigene Schnittstelle. Wichtig ist, dass der Agent nur die Rechte bekommt, die er für seine Aufgabe braucht, und dass schreibende Aktionen eine Freigabe durchlaufen.

Wer sollte Agenten in unserem Unternehmen bauen dürfen?

Am Anfang eine kleine, benannte Gruppe. Den Zugriff auf Copilot Studio steuert ihr über eine Sicherheitsgruppe, und Datenrichtlinien legen fest, welche Konnektoren erlaubt sind. So wächst die Zahl der Agenten kontrolliert statt im Wildwuchs.

Erstellt mit KI-Unterstützung, Überarbeitung sowie Freigabe von David Lensing. [Wie wir mit KI arbeiten →]

Oliver
Frank
Andreas

Oliver, Frank und Andreas

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Wir schauen gemeinsam, ob daraus ein sinnvoller erster Agent wird, was ihr vorher in Microsoft 365 aufräumen solltet und ob Copilot Studio überhaupt das richtige Werkzeug ist.

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